schleck was gutes - tu was gutes

Die 10 Weeks Challenge von KISSYO



ein weiterverarbeitunszentrum für

die Frauen in Kotokopé, Togo, Westafrika


Am 24. Juni 2019 startete die 10-Weeks-Challenge des Heilbronner Eisherstellers fresh five* premiumfood GmbH. 

 

Mit jedem erfrischend-leichten KISSYO im Becher und am Stiel, das bis Ende August 2019 gekauft wird der Bau einer

Manufaktur für Frauen in Togo ermöglicht, der durch die Weiterverarbeitung und Veredelung von landwirtschaftlichen Produkten die Einkommenssituation der Frauen verbessert.

 



23. Juni 2019 - Das Konzept steht...

Über fresh five* premiumfood GmbH - KISSYO


Fresh five ist ein junges Unternehmen aus Deutschland.
Von Beginn an und bis in alle Ewigkeit steht die höchste Produktqualität für das Unternehmen an erster Stelle. Egal ob demeter, bio oder vegan – es werden ausschließlich hochwertigste Zutaten verwendet.
Das Unternehmen ist stolz darauf, kompromisslos zu sein.

 

Antonia von fresh five arbeitete bereits zu Beginn 2018 8 Wochen ganz aktiv mit in PROJECT TOGO und hatte dabei die Gelegenheit, das Projekt an sich und selbstverständlich auch die Menschen dahinter, kennen zu lernen.

 

Aus diesem Grund freut es uns ganz besonders, dass KISSYO sich nun weiter engagiert und dieses wichtige Projekt erst ermöglicht.



Hintergrund zu dieser Aktion

Das Unternehmen engagiert sich seit langer Zeit im Bereich der Nachhaltigkeit und im Besonderen der Klimaneutralstellung seiner Produkte. Dabei steht die Wirkung dieser Maßnahme im Mittelpunkt der Aktivität, das bedeutet, dass es nicht in erster Linie darum geht Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen klimaneutral zu stellen, sondern ein besonderer Augenmerk auf die letztendliche Wirkung dieser Maßnahmen gelegt wird. 

Das bedeutet, dass Unternehmen achtet mit besonderem Augenmerk darauf, mit welchem Klimaschutzprojekt die Klimaneutralität erreicht wird und ob und wie das Projekt, die Projektregion und die langfristige Perspektive der Menschen vor Ort verändert wird. „Es ist uns ein Anliegen, den Menschen in der Projektregion durch Initiativen wie diese, eine neue Perspektive zu ermöglichen, so Lutz Haufe“, Geschäftsführer und Gründer der fresh five“.



Die Situation vor Ort in Kotokopé

Kotokopé ist ein kleines Dorf in der Präfektur Agou, ca. 120 km Nord-Westlich von Lomé, an der Grenze zu Ghana. Das Dorf besteht seit den frühen 1900 und ist traditionell geprägt. Es gibt einen Dorfchef (Chef de Village) der durch Vererbung von seinem Vater und dessen Vater die Rolle übertragen bekommen hat. In dem Dorf selbst leben 30 Familien. Das Dorf ist, auch für togolesische Verhältnisse arm, die Perspektiven der Dorfbewohner sind durch die Lage, die Dorfgröße selbst und durch fehlenden Input von Außen sehr begrenzt.

 

Die Menschen bauten Bohnen, Erdnüsse, Reis, Soja, Süßkartoffeln und Mais an. Die Ernte wird in der Regel zum Eigenbedarf herangezogen. Erträge, die über diesen Bedarf hinausgehen, werden auf den umliegenden Märkten bzw. an fliegende Händler verkauft.

 

Mit den so erzielten Einnahmen werden Notwendigkeiten wie Kleidung (Schuluniform für die Kinder), Salz, Tomaten oder auch Schuhe gekauft.

 

Wer von den Jungendlichen kann, verlässt Kotokopé und versucht in den Städten Lomé und Kpalime als Tagelöhner

oder Motorradtaxifahrer Geld zu verdienen. Wer einmal das Dorf verlassen hat kommt nicht wieder.

Die Situation in den größeren Städten ist aber die, das es kaum oder nur wenig Arbeit gibt und der ungebremste Zuzug junger arbeitswilliger Jugendlicher macht die wenige Arbeit immer billiger, sodass auch der der einen Job gefunden hat davon kaum leben kann.

Ein Abrutschen in die Drogen- und Beschaffungskriminalität ist dann nicht ausgeschlossen.


Im allgemeinen ist die Ausbildungssituation in Togo eher als schlecht zu bezeichnen. Wer aus einem reicheren Elternhaus kommt, kann sich auf einer der wenigen Privatschulen zum Elektriker, Maurer oder auch zum Schreiner ausbilden lassen.

Wer das Geld nicht hat, kann sich bei einem Selbständigen als Lehrhelfer für die Zeit von drei Jahren Wissen aneignen um dann den Versuch in die eigene Selbständigkeit zu wagen. Beide Varianten kosten den Jugendlichen Geld und scheiden somit für die meisten aus. Derzeit verliert Togo, so wie viele Entwicklungs- und Schwellenländer, eine weitere Generation junger, arbeits-und ausbildungswilliger junger Menschen wegen der fehlenden Voraussetzungen einen Arbeits-oder Ausbildungsplatz zu finden.



Nach den ersten inoffiziellen Rückmeldungen befragter Frauen, besteht großes Interesse an der Weiterverarbeitung von Mango, Zitronengras, Ananas, Moringa, Sheabutter, Curcuma und Gingembre (Ingwer). Ein weiterer Wunsch ist es, Tomaten außerhalb der regulären Zeit mit Tröpfchenbewässerung anzubauen, damit zu einer Zeit, wo kein Anderer frische Tomaten zu verkaufen, die Frauenkooperative die eigenen Tomaten besser vermarkten kann.


projektkonzept - kurzfassung -

Projektgliederung

 

Das Projekt gliedert sich in 4 wesentliche Schritte:

1. Erstellung einer Projekt Design Dokumentation auf Basis eines detaillierten Konzeptes - Kapazitätsplanung (Personal, Infrastruktur, Netzwerk)

  • Aktivitäts- und Zeitplanung (Standard Operating Procedures)
  • Budgetplanung
  • Einbeziehung der Stakeholder / soziale Aspekte - Umweltaspekte
  • Vertragswesen
  • Monitoring

2. Gründung der Kooperative

3. Aufbau der notwendigen Infrastruktur und Ausbildung

4. Übergabe des Projektes in die Eigenverwaltung der Kooperative

 Im folgenden soll in einer groben Konzeption ein Einblick in die einzelnen Schritte gegeben werden.

 

Erstellung einer Projekt Design Dokumentation auf Basis eines detaillierten Konzeptes

 

Nach DIN 69901 handelt es sich bei einer Projekt Design Dokumentation um eine „Zusammenstellung ausgewählter, wesentlicher Daten wie Organisation, Mitteleinsatz, Lösungswege und Ablauf eines Projektes“1 (1 http://www.enzyklo.de/lokal/40006)

Das Ziel einer Projektdokumentation ist es, den IST-Zustand sowie das SOLL-Konzept von Projekten festzuhalten und damit Aufschluss darüber zu geben, welches Problem gelöst und welche Lösung angewandt werden soll. Die lückenlose sowie aussagekräftige Dokumentation eines Projekts kann zudem zur Vermeidung von Verzögerungen beitragen.


Eine einheitliche Projektdokumentation ist für die Projektbeteiligten wichtig, da sie folgende Vorteile hat:

  • Reibungsverluste durch Missverständnisse werden wesentlich verringert, da in Besprechungen ein Protokoll angefertigt wird und somit keine Diskussionsbasis für unterschiedliche Meinungen vorhanden ist
  • Von Anfang an besteht eine hohe Transparenz aufgrund einheitlicher Dokumentation
  • Fragen lassen sich rasch klären
  • Es wird ermöglicht, dass neue Mitarbeiter zügig voll produktiv arbeiten können
  • Der Zusatzaufwand für die Berichterstattung verringert sich
  • Es kommt zu einer Kostenreduzierung


Die Projektdokumentation kann insbesondere auch für die Organisation und Planung von Folgeprojekten eine deutliche Erleichterung bieten.


Einer der wichtigsten Punkte in der Dokumentation für das Projekt „Frauenkooperative Kotokopé“ ist die Planung der personellen und technischen Kapazitäten. Welche Infrastruktur muss aufgebaut werden und wie kann man ein gutes Netzwerk aufbauen, welches der Kooperative langfristig bei der Vermarktung der Produkte hilft.

Bereits bei der personellen Planung muss man kurz-, mittel- und langfristig denken. Während in der Anfangsphase des Projektes eine große Aufgabe im Wissenstransfer und somit ein starkes Interesse an der Einbeziehung von externen Wissensträgern besteht. Das langfristige Ziel ist, dass die Frauen der Kooperative in der Lage sind, das Veredelungszentrum selbst zu verwalten. Während der Verein Action Durable in der Anfangsphase eine wichtige koordinierende und organisierende Aufgabe übernimmt, soll bereits bei der Gründung der Kooperative und der Ausbildung der Frauen auf die Unterstützung vor Ort ansäßiger NGOs zugegriffen werden. Dies ermöglicht es den Frauen, wenn das Veredelungszentrum in Eigenorganisation betrieben wird, neue Mitglieder mit der Hilfe heimischer Institutionen zu schulen. Die NGOs wiederum können das im Projekt gewonnene Wissen in andere Projekte übertragen. Beim Aufbau der technischen Kapazitäten und Gebäude übernimmt der Verein Eco Cent/ Action Durable eine entscheidende Rolle. Um jedoch die Wertschätzung für die geschaffenen Strukturen zu gewährleisten, sollen die Mitglieder der Kooperative aktiv in den Aufbau einbezogen werden. Denn die geschaffene Infrastruktur geht zu 100% in das Eigentum der Kooperative über.


Ein weiterer wichtiger Punkt der Projektplanung ist die Zeitplanung. Welche Zwischenziele gibt es im Projekt? Wann sollen die Milestones erreicht werden? Basierend auf den Projektabschnitten und den personellen und technischen Ressourcen, welche zum Einsatz kommen müssen die entsprechenden Ziele definiert werden.

Die Aktivitätsplanung umfasst als großer Baustein des Projektdesigns neben den Aktivitäten zum Aufbau der Kooperative und Errichtung des Veredelungszentrums auch Standard Operating Procedures für den Betrieb des Veredelungszentrums. Schon in der Planungsphase müssen also Informationen zu Produktions- und Verarbeitungsschritten genauso berücksichtigt werden wie Gedanken zu Qualitäts- und Hygienemanagement.

Welche Produkte sollen im Veredelungszentrum entstehen? Wie ist der Produktionsablauf? Welche Verpackungsmaterialien werden benötigt? Wie ist der Wissensstand der angehenden Kooperativmitglieder? Welche Schulungen sind grundsätzlich notwendig (Hygiene, Erste Hilfe)? Welche Schulungen können fakultativ oder nur für bestimmte Mitglieder der Kooperative verpflichtend angeboten werden (kaufmännische Schulungen, Marktanalysen, nachhaltige Landwirtschaft)?

 

Auch Finanzen müssen kurz-, mittel- und langfristig geplant werden. Während in der Planungs- und Aufbauphase einmalige Kosten ermittelt und berücksichtigt werden und Angebote eingeholt werden müssen, sind in der mittel- und langfristigen Planung laufende Einnahmen und Ausgaben der Kooperative zu berücksichtigen um den Frauen eine, Konzept in die Hand zu geben, mit dem sie die Kooperative und das Veredelungszentrum langfristig und nachhaltig führen können. Welche Einnahmen sind bei der Vermarktung der Produkte zu erwarten? Wie kann man diese ermitteln? Welche Ausgaben sind für den Einkauf von Früchten und Gemüse, Verpackung und Logistik oder auch Instandhaltung einzuplanen? Wie soll mit einem Überschuss umgegangen werden? Wie sind Überschüsse ggf. auszuzahlen?

Um ein Projekt langfristig auf sichere Beine zu stellen, ist es notwendig von Beginn an alle, wichtigen Stakeholder in die Konzeption, Planung und Umsetzung einzubeziehen. Dabei ist wichtig zu ermitteln, welche Stakeholder es für das Projekt gibt. Welche staatlichen Institutionen (Präfektur, Landwirtschaftsschule) sind mit einzubeziehen. Wie kann durch die Vorstellung der Projekte mit Neidern umgegangen werden. Wie kann gewonnenes Wissen aus dem Projekt für andere zugänglich gemacht werden? Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Analyse des Einflusses, welchen das Projekt auf die sozialen Strukturen und Gegebenheit hat. Analyse der Ist - Situation. Wie wirkt sich die Tatsache, dass das Projekt nur für Frauen zugänglich ist auf die Strukturen im Dorf aus? Wie gehen die Männer damit um? Welche potentiellen Probleme und Gefahren lassen sich erkennen. Wie kann man Probleme vermeiden?

Neben den sozialen Aspekten müssen auch immer die Umweltaspekte in die Projektplanung einbezogen werden. Bei der Überlegung zum Aufbau der Infrastruktur müssen einschneidende Eingriffe, welche negativen Einfluss auf Boden, Wasser, Mikroklima und Biodiversität haben, vermieden werden. Schon in der Phase der Projektplanung müssen Konzepte zur Vermeidung und umweltgerechten Entsorgung von Abfällen erstellt werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Planung ist das Vertragswesen. Ob ein Landnutzungsvertrag für die Fläche, auf der das Veredelungszentrum entsteht oder eine Satzung für die Kooperative im Rahmen der Projektplanung, sind verschiedene Verträge zu erstellen, die sich an die Gesetzgebung halten und sich an Standards für faires Handeln orientieren.

Ein nicht zu unterschätzender Punkt bei der Planung des Projektes ist das Monitoring. Wie sollen Ziele gesetzt und überprüft werden? Welche Tools kommen beim Monitoring zum Einsatz? Wie können den Frauen entsprechende Mittel nahe gebracht werden?

Gründung der Kooperative

 

Ein entscheidender Projektschritt ist die Gründung der Kooperative. Der Gründung an sich gehen verschiedene Aktivitäten voran. Um die Frauen aus Kotokopé aufzuklären, welche Vorteile die Zusammenarbeit in einer Kooperative hat und welchen finanziellen Mehrwert sie bietet, sind zunächst verschiedene Treffen notwendig. In den Treffen geht es darum, den Frauen die Funktionsweise und die Ziele der Kooperative näher zu bringen und ihnen ihre möglichen Rechte (Einnahmen, Vorteile) und Pflichten (Aufgaben) zu erläutern.

Unter Anleitung eines im Projekt engagierten NGOs entwicklen die Frauen und späteren Gründungsmitglieder für die Kooperative:

  • eine Organisationsstruktur (z.B. Vorsitzende, Finanzbeauftragte, etc.)
  • Einigung zu Wahlprozeduren (z.B. geheim)
  • eine Prozedur für die Aufnahme (Eintrittsgebühr?) oder den Ausschluss von Mitgliedern - eine Satzung (Zweck und Ziele, Mitglieder, Rechte und Pflichten, etc.)
  • einen Namen

 

 Nach einer abschließenden Überprüfung des NGOs auf Rechtskonformität, wird die Satzung verabschiedet und die Kooperative gegründet.

Alle Gründungsmitglieder erhalten eine Urkunde.

 

Die Gestaltung eines Logos wird bewusst nicht in die Hände der kooperative gegeben, da über ein globales Logo die Möglichkeit besteht, weitere Kooperativen zu gründen und das Logo als Qualitätslabel zu etablieren.

Das hat den Vorteil, dass weitere Kooperativen bei Einhaltung gleicher Qualitätsstandards ggf. Von der Bekanntheit (bis zu diese Zeitpunkt) profitieren können.

 

Aufbau der notwendigen Infrastruktur und Ausbildung

 

Im Anschluss an die Gründung der Kooperative können die ersten Arbeiten beginnen.

Basierend auf dem Projektplan wird das Veredlungszentrum gebaut und parallel die Frauen der Kooperative geschult. Der Bau des Veredelungszentrums erfolgt durch den Verein Action Durable in Zusammenarbeit mit den Frauen der Kooperative. Der Verein beschafft die notwendigen Materialien und Facharbeiter. Um eine Wertschätzung für die zu schaffende Infrastruktur zu schaffen, werden die Frauen der Kooperative in die Planung und Umsetzung der Arbeiten entsprechend ihren Fähigkeiten einbezogen. So können Sie ihre Ideen bei der Gestaltung der Räumlichkeiten einbringen und aber auch bei der Beschaffung von Sand und Kies helfen oder ... (Was sie noch tum können).

 

Um die Kooperative nachhaltig aufzustellen und das Veredelungszentrum zu betreiben sind parallel zum Aufbau der Infrastruktur Schulungen und erste Workshops notwendig:

 

Unfallvermeidung und Erste Hilfe

Bei der Arbeit auf dem Feld, auf der Baustelle oder später auch im Veredelungszentrum kann es zu Unfällen kommen. In einer Schulung sollen die Frauen lernen Unfälle zu vermeiden oder mit Verletzungen umzugehen.

 

Nachhaltige Landwirtschaft

In einer Schulung zur nachhaltigen Landwirtschaft sollen die Frauen lernen sowohl, ökologisch als auch ökonomisch nachhaltig ihre Felder zu bewirtschaften. Neben der Schonung von Ressourcen sollen den Frauen in dieser Schulung nachhaltige Methoden und ihre Vorteile nahe gebracht werden. So sollen die Frauen u.a. lernen welche Vorteile der Agroforst-Ansatz mit sich bringt oder wie Tröpfchen-Bewässerung funktioniert oder was Terra Preta ist.

 

Produktionsschulung

In verschiedenen Produktionsschulungen werden den Frauen die Veredelungsmethoden nahe gebracht. Sie lernen die Produktionsschritte kennen, erfahren, wie man frische und haltbar-gemachte Lebensmittel richtig lagert und wie man gleichbleibende Qualität sicher stellt.

 

Hygiene - Schulung

Da die Frauen in der Lebensmittelproduktion tätig sind, ist es sehr wichtig, das Thema Hygiene in Schulungen abzudecken. Mögliche Themen in einer solchen Schulung sind:

  • Einfluß von Hygiene auf Haltbarkeit
  • Hygiene und Krankheiten
  • richtiges Hände waschen
  • Arbeitskleidung (Handschuhe, Mundschutz, Kittel, Haarnetz) - Wäsche der Arbeitskleidung 

Übergabe des Projektes in die Eigenverwaltung durch die Kooperative

 

Ziel ist es langfristig, dass die Kooperative, das Veredelungszentrum und die Infrastruktur vollständig in die Eigenverwaltung durch die Kooperative übergeht und sich so eine nachhaltige Einnahmequelle für die Frauen der Region bildet. Sowohl laufende Kosten (Einkauf, Verwaltung) als auch Investitionen sollen dann von der Kooperative selbst getragen werden. Um die Rahmenbedingungen hierfür zu schaffen, ist es notwendig ein umfangreiches Wissen sowohl bzgl. der Produktionsabläufe als auch im kaufmännischen Bereich zu etablieren.


03. Juli 2019 - Das Haus - der Plan

in traditioneller Steinbauweise


Neben dem Tiefbrunnen ist das Verarbeitungs- oder Veredelungszentrum die wichtigste Einrichtung der Frauenkooperative von Kotokopé. Bei der Konstruktion des Hauses werden wir uns an den Gegebenheiten des Landes und an die vorhandenen Baustiele anpassen. Das Haus wird aus Zementziegelsteinen, die in eigener Produktion angefertigt werden, hergestellt.

Unter den Zement mischen wir 25% traditionell, in Togo verbauten Lehm. Das drückt nicht nur die Kosten sondern hat auch einen ökologischen Vorteil. So hergestellte Ziegel können mit dem Feuchtigkeitswechsel zwischen Tag und Nacht besser umgehen. Das Klima im Haus ist angenehmer und fast von gleichbleibender Temparatur.

 

Der Bau selbst wird eine Kantenlänge von 18 Metern und eine Breite von 6 Metern haben. Das ermöglicht uns im Inneren drei Sektionen zu bilden und die Räume so anzupassen, dass sie für die Verarbeitung von Obst und Gemüse, aber auch von Moringa und Palmöl geeignet sind. Es wird einen kleinen Sozialraum geben in dem sich die Frauen umziehen und für die Arbeit fertig machen können.

 

 

Die letztendliche Entscheidung wo die Veredelungszentrum gebaut wird hängt von der Wasserstelle und dem Tiefbrunnen ab.

 

Der Plan sieht vor, dass Veredelungszentrum nahe des Brunnens zu bauen, damit frisches und sauberes Wasser, welches zur Produktion benötigt wird, direkt aus dem Polytank in das Veredelungszemtrum geleitet werden kann.

Das Abwasser, was beispielsweise beim Waschen benötigt wird wollen wir auffangen und zur weiteren Bewässerung von Feldern nutzen.

Das Veredelungszentrum ist aber auch so ausgelegt, dass ein zweiter Riegel gebaut und auch einen Quergang verbunden werden kann. So kann das Veredelungszentrum bei Bedarf in Zukunft ausgebaut und erweitert werden.



11. Juli 2019 - 3. sitzung zur gründung

der Frauenkooperative in Kotokopé

Rechtliches zu                         Kooperativen in Togo

Die togolesische Regierung unterstützt die Gründungen von Kooperativen. Im Besonderen sind Frauenkooperativen gerne gesehen, da sie der Erfahrung nach enger zusammenarbeiten und die Ergebnisse besser sind als bei anderen kooperativen Zusammenschlüssen. Es gibt dazu keinerlei Fördergelder, jedoch der Gedanke, sich zusammenzuschließen um gemeinsam mehr erreichen zu können findet Beachtung.

Eintragung als Kooperative

Vertreterinnen der Frauenkooperative aus Kotokopé haben sich letzte Woche bei der zuständigen Präfektur als ordentliche Kooperative eintragen lassen. Jetzt fehlt nur noch die Eröffnung eines Bankkontos und dann sind alle rechtlichen Auflagen erfüllt und die Kooperative kann ihre Arbeit aufnehmen.

Der Vorstand

Wie ein Unternehmen, so ist auch eine eingetragene Kooperative ein Organ, dass bestimmten Regeln in der Struktur folgen muss.

So benötigt die Frauenkooperative von Kotokopé eine Sprecherin und zwei Stellvertreter, eine Schriftführerin und eine Kassen-wartin.

Die Ämter werden in geheimer Abstimmung gewählt. Damit alles mit rechten Dingen zugeht überwacht dies, der vorher

bestimmte, Wahlausschuss. Der Vorstand wird für 5 Jahre gewählt. Alles also fast so wie bei uns in Deutschland.

Die Aufgaben des Vorstands

Der Vorstand ist die gemeinschaftliche Vertretung der Kooper-ative. Er ist nicht frei in seinen Entscheidungen sondern an Beschlüsse der Frauenkooperative gebunden.

Er hat diese umzusetzen und über die Umsetzung zu berichten. Der Vorstand muss einen Jahresbericht erstellen und jederzeit über die Finanzen berichten können.

Jede Sitzung ist zu protokollieren, die Protokolle sind über die

Amtsperiode eines Vorstands hinaus aufzubewahren. Jedes Mitglied der Kooperative darf Sondersitzungen einberufen. Fragen der Mitglieder müssen wahrheitsgemäß beantwortet werden. Gelder dürfen nur nach Beschluss der Kooperative verwendet werden.




Seife aus Palmöl

Kotokopé liegt im Herzen der Palmölplantagen. Jetzt darf man

sich die Plantagen nicht so vorstellen wie man sie aus anderen

Regionen kennt. Die Palmölplantagen sind klein, meist stehen

nur 20 bis 40 Palmen darauf und zwischen den Palmen sind

Mangobäume und Bananenstauden gepflanzt.


Aber das Herz des Palmöls ist die Region um Kotokopé,
weshalb die Frauen dort auch schon immer das Öl der

Palmen kochen und pressen. Die Arbeit ist schwer, denn die

Palmfrucht wird erst geschnitten und dann stampfen die Frauen

mit den Füßen so lange auf die Pamlfrüchte, bis das Öl sich am

Boden sammelt und ablagert.

Palmölpresse

Die Erträge könnten um das 10-fache gesteigert werden, wenn die Kooperative eine Presse hätten. Außerdem können gerade die älteren Frauen nicht mehr so gut laufen und das Stampfen in den kleinen Plastikeimern ist mühsam und der Ertrag wird immer geringer, sagt Yawola, die zweite Stellvertreterin des Vorstands.

Die Palmölpresse alleine hilft aber auch nicht weiter. Eine Chance besteht aber darin, jetzt mit der neu gegründeten Kooperative die Strukturen zu schaffen,

damit eine maschineller Einsatz auch langfristig gewährt werden kann. Dazu gehört in erster Linie Wasser. Egal ob man Palmöl-seife herstellt oder Tomaten, Mangos oder Ananas verarbeitet . Zu allem braucht man Wasser.

Wasser, der Schlüssel zum Erfolg

Das Wasser ein Menschenrecht ist wissen wir und wurde so

verbrieft. Jedem sollte freier und kostenloser Zugang zu

sauberem Wasser ermöglicht werden. Die Praxis sieht aber in

vielen Ländern anderes aus. Menschen müssen sich selbst

darum kümmern, wie sie zu Wasser kommen. Davon dass

Wasser sauber, trinkbar und nicht krankmachen sollte können

wir aber in vielen Teilen Togos nicht ausgehen. Einen Brunnen

zu bohren können sich die allermeisten Dörfer nicht leisten.

Also greift man auf kleine, angelegte Seen zurück, die sich

während der Regenzeit füllen und dann - hoffentlich - über die

Trockenzeit hinaus genügend Wasser liefern können. Das Wasser

darin ist aber alles anderes aus sauber und gesund. Immer

wieder sterben vor allem Kinder an langwierigen Durchfall-erkrankungen, nach dem Genußs von Wasser auch solcher Wasserspeicher.

So haben die Frauen beschlossen, dass das erste Projekt der

Frauenkooperative von Kotokopé das Bohren eines Tiefbrunnens

sein wird mit einer Tiefe ab 120 Meter.




Qualität aus Kotokopé

Schnell war man sich darüber einig, dass eine große Chance

der Kooperative in einer guten und gleichbleibend hohen Qualität liegt. Das bedeutet, Waren aus Kotokopé sollen eine Marke werden, die für die Reinheit der Produkte steht, aber auch für den hygienisch korrekten Umgang im Anbau der Produkte und in der Produktion und Weiterverarbeitung

Erdnussbutter

Ein gutes Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte, ist Erdnussbutter. Da im Süden von Togo sehr viel Erdnuss angebaut wird und Erdnusscreme oder Erdnussbutter in keinem Haushalt fehlen darf, wird oft mit Maismehl gestreckte Erdnussbutter angeboten. Das macht das Endprodukt in der Herstellung günstiger aber nicht besser. Das Vertrauen der Kunden kann

damit auch nicht gewonnen werden. Also ist doch die logische Schlussfolgerung, dass Produkte der Frauenkooperative aus Kotokopé immer rein, hygienisch und von gleichbleibender Qualität sein sollen.

hygienisch und von gleichbleibender Qualität sein

sollen .

Eine Teilnehmerin der Versammlung hat das mit den Worten: „Deutsche Qualität - in Kotokopé produziert“ auf den Punkt gebracht. ;)

Männer unterstützen

Unterstützung der Kooperative kommt auch von den Männern des Dorfes. Nicht nur dass sie die Gründung der Kooperative sehr begrüßen, haben Sie bei der 3. Gründungssitzung klar zum Ausdruck gebracht dass sie die Frauenkooperative wo immer nötig unterstützen werden. Das ist eine wichtige und gute

Nachricht und stärkt die Frauen in ihrem Vorhaben.




Weiterer Fahrplan

Der nächste wichtige Schritt ist das Finden des richtigen Brunnenbohrers. Dazu haben wir bereits vor zwei Wochen

Kontakt zu den Brunnenbohr-Unternehmen in Togo und Ghana

aufgenommen und erste Gespräche geführt.

Alles Woodoo?

Das Geheimnis des guten Brunnenbaus liegt an der Ent-scheidung wo Wasser zu finden sein wird und wo gebohrt wird. Dabei setzt das eine Unternehmen auf die klassischen Wünschel-rute, eine andere steckt zwei Drähte in den Boden und schließt eine Batterie an und je nachdem wie lange die Batterie benötigt um sich zu entladen kann man eine Aussage treffen ob und wie viel Wasser an dieser Stelle zu finden sein wird.


Ein anderes Unternehmen setzt auf die Cocosnuss. Dabei hält ein erfahrener Cocosnussgeher eine Cocosnuss auf einer Handfläche und geht umher. Dort wo die Cocosnuss runterfällt und den Boden das erste mal berührt muss gebohrt werden denn da gibt es ausreichend und gutes Wasser.

Andere Möglichkeiten Wasser zu finden gibt es derzeit in

Togo nicht. Wir werden uns die Erfolgsquoten ansehen und

das Material welches für den Brunnen verbaut werden soll

ansehen und danach entscheiden.

Veredelungszentrum

Zeitgleich kümmert sich ein anderes Team, um unseren

Bauingenieur Kossi, um die Planung und den Bau des

Veredelungszentrums.


Wir stellen uns einen länglichen Bau, unterteilt in 3

Sektionen vor.


1. Anlieferung und Eingangskontrolle


2. Verarbeitung und Veredelung


3. Endproduktion und Lager


Sobald die ersten Ideen dazu auf Papier gebracht wurden und abgestimmt worden ist, werden wir die Ideen veröffentlichen.




das möchten wir ihnen auch ans ❤️ legen:

Lernen Sie ecoCent e.V. näher kennen. Wir geben tagtäglich unser Bestes unsere Philosophie einer nachhaltigen Entwicklung in Afrika, gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung, voran zu treiben. Den Menschen eine langfristige Perspektive zu geben für Leben und Arbeit unter besonderer Berücksichtigung des Gesichtspunkts Klima- und Umweltschutz.