schleck was gutes - tu was gutes

Die 10 Weeks Challenge von KISSYO



ein weiterverarbeitunszentrum für

die Frauen in Kotokopé, Togo, Westafrika


18. September 2019 - Schulungen und

Workshops für die Frauenkooperative


Noch einmal die Schulbank drücken hatten sich die Frauen der neuen Kooperative nicht vorgestellt. Aber nach den ersten Gesprächen war allen klar: eine Kooperative zu gründen, zu

unterhalten und damit auch erfolgreich zu sein erfordert schon von jedem einzelnen Mitglied eine ganze Menge. Am besten bringt sich jeder dort ein wo es für die Kooperative den größten Nutzen darstellt.



IKAT - fachliche Begleitung über ein ganzes Jahr

Damit die Kooperative von Beginn an die richtigen Schritte einleitet, haben wir uns mit der Fachagentur IKAT zusammen getan und einen Lehr- und Ausbildungsplan erarbeitet.  Dieser basiert auf den Anforderungen, die auf die Kooperative, speziell im Gründungsjahr zukommen. Diese Schulung zielt darauf ab, das Wissen der Mitglieder der Kooperative über gute Managementpraktiken zu verbessern.

 

Insbesondere geht es um die Ausbildung  in folgenden Bereichen:


  • Wirtschafts- und Finanzmanagement
  • Verwaltungsmanagement
  • Die Gesetzgebung der Kooperativen im UEMOA-Gebiet und insbesondere in Togo
  • Solidarität als Grundlage einer Kooperative.


Erwartete Ergebnisse:

  • Genossenschaften beherrschen gute administrative und finanzielle Managementpraktiken
  • Genossenschaften kennen die Regeln für den Betrieb von Genossenschaften in Togo
  • Genossenschaften sind sich bewusst, dass Solidarität innerhalb von Gruppen eine Säule ihres Erfolgs ist.

Das so angestoßene Programm hat eine Laufzeit von 12 Monaten.

  • Gemeinsamer Besuch des Schulungsverlaufs mit den Begünstigten.
  • Empfang und Validierung des Trainingsdokuments
  • Der Trainer muss ein Dokument vorschlagen, das vom Projektteam validiert wird.


03. SEPTEMBER 2019 - BRUNNEN TEIL II

Wo wird denn nun gebohrt?


Nicht neu, jedoch das beste das zu bekommen war...

Zugegeben, die Technik scheint aus dem vorletzten Jahrhundert zu sein, aber es ist das Beste was man derzeit in Togo bekommen kann um nach Wasser zu suchen. Als Alternative bleibt nur noch der Kokosnuss- oder der Wünschelrutengeher. Die Geräte haben - laut Messtechniker - Wasser in einer Tiefe von 120 Metern angezeigt. Gemessen wird das, so hat man es uns erklärt, mit einem Ohm-Widerstand. Mehr konnte man uns dazu aber auch nicht sagen.

 


Immerhin konnten wir uns vertraglich zusichern lassen, das so lange gebohrt wird bis wir auf Wasser stoßen. Einen Teil des Geldes (15%) wird auch erst nach 12 Monaten bezahlt unter der Vorraussetzung, der Brunnen liefert nach dieser Zeit immer noch mindestens 5.000 Liter pro 24 Stunden. Das ist nicht viel, weist aber dennoch darauf hin, dass es sich um eine echte Quelle oder einen unterirdischen Wasserarm handelt. Die für die Bohrung des Brunnen in frage kommenden Stellen werden mit je einem Grenzstein markiert und mit einem GPS vermessen.

Viel Zeit bleibt nicht

Bereits jetzt kündigt sich die kommende Regenzeit an. Immer häufiger ziehen gewaltige Wolkenmassen über Togo und es ist mit dem Beginn  der Regenzeit dieses Jahr Mitte September zu rechnen. Ist die Regenzeit erst einmal angebrochen kommt der große und schwere Bohrwagen noch nicht einmal in die Nähe der Stellen, die als Brunnenbohrstelle markiert worden sind.

 

Deshalb haben die Dorfbewohner auch schon damit begonnen die Fläche rund um die Bohrstellen zu säubern und befahrbar zu machen. Gemeinsam mit der Frauenkooperative wurden alte Baumstümpfe ausgegraben und entfernt. Da wir leider keinen Traktor haben, muss diese Arbeit mit der Hand und der Machete ausgeführt werden.





03. September 2019 - SPEZIALziegel

für eine gute Durchlüftung

Es wird heiß in der Produktion

Es wird gewaschen, gekocht, gebraten. Viele Frauen der Frauen-kooperative werden in der Produktion stehen und die feinsten Dinge zubereiten. Damit es in den Räumen nicht ungewollt zur Sauna wird, mussten wir uns ein einfaches, aber funktionie-rendes System überlegen, wie wir die heiße Luft und den vielen Wasserdampf aus der Produktion wieder nach Außen bekommen.

Kleiner Hinweis - Ventilatoren gibt es nicht, weil es keinen Strom gibt und Solaranlagen, in guter Qualität, entweder zu teuer sind oder wir spätestens beim Stromspeichern über die finanziellen Grenzen der Frauenkooperative geraten.  

Deshalb hat Kossi, unser Bauingenieur in den alten Kolionalbüchern gestöbert und nach Lösungen gesucht.
 Dabei ist er über einige interessante Zeichnungen aus den Jahren 1896 gestoßen. 

In dem man eine bestimmte Anordnung beim Bau, der mit Löchern ausgesparten Ziegelsteine folgt, entsteht innerhalb der Gebäude ein leichter aber permanenter Luftstrom der dann wieder die warme Luft nach oben zieht, wo sie dann über Dachluken entweichen kann.

Grundmauern sind gesetzt

Ein Haus ist immer nur so stabil wie die Grundfesten auf denen es steht. Eine alte Weisheit, die aber ihre Richtigkeit hat. Deshalb legen wir besonders großen wert auf ein ordentlich und sachgerechtes Fundament. Exakt ausgerichtet und gerade gemauert. Darauf kann dann das restliche Mauerwerk aufgebaut werden. 

 

Unten zu sehen, links die Ziegelsteine für das Fundament und rechts die Luftziegelsteine.




XX. SEPTEMBER 2019 - HIER WEITERSCHREIBEN

Auf der Suche nach der geeigneten Bohrstelle...


Wasser will zu Wasser

Eigentlich ist es doch ganz einleuchtend. Man nehme eine mit bis zum Rand mit Wasser gefüllte Kokosnuss, lege sie auf die Handfläche und gehe damit über ein Feld. Da das Wasser in der Kokosnuss sich nichts sehnlicher wünscht, als mit dem Wasser im Boden vereint zu sein, hüpft die Kokosnuss auf der Hand-fläche und in manchen Fällen fällt sie sogar zu Boden. Dort wo die Kokosnuss das erste mal auf der Handfläche hüpft - dort findet man Wasser.

Nur wenige konnten REDY Négan bei der Wassersuche so nahe kommen wie wir. Nicht weil er sich nicht in die Karten sehen lassen möchte, sondern, weil das Wasser suchen mit der Kokosnuss mental sehr anstrengend ist und er die volle Konzentration dazu benötigt. Uns wurde es ausnahmsweise gestattet, bei der Suche nach Wasser dabei zu sein und live zu erleben, wie die Kokosnuss zu hüpfen beginnt.

Wissenschaftliche                      Methoden fehlen

Man mag über diese Methode, Wasser zu suchen, schmunzeln oder die Stirn runzeln. So abwegig ist sie jedoch gar nicht, denn auch bei uns in Deutschland sind täglich noch viele Wünschel-rutengänger unterwegs, um in Privatgärten Wasseradern aufzuspüren.

Wäre es nicht so "traurig" - müsste man fast bei dem Anblick des Kokosnussgehers lachen. Aber das Problem ist in der Tat, dass jegliche wissenschaftlichen Methoden, wie man zuverlässig nach Wasser sucht fehlen - zumindest in Togo.


Da gibt es aber auch noch die modernere Variante, wie man „zuverlässig“ nach Wasser suchen kann. Man nimmt einen 9 V Batterieblock und befestigt an den beiden Polen (+ / -) je einen Draht (o,5 mm). An den beiden Enden schließt man je einen kleine Kupferstab an. Beide Enden steckt man in den Boden an jene Stelle, an der man Wasser vermutet. Nun wird die Zeit gemessen bis die Batterie völlig leer ist. Um so schneller die Batterie leer wird, um so wahrscheinlicher ist an dieser Stelle Wasser zu finden.

Schuhe aus - völlige Konzentration

Zunächst einmal nimmt REDY Négan mehrere mitgebrachte Kokosnüsse und überprüft durch Schütteln den Wassergehalt. Die Kokosnuss, die am vollsten ist, wird dann für das Finden

von Wasser ausgesucht. Jetzt zieht sich REDY Négan die Schuhe und Strümpfe aus, damit die Kokosnuss auch Bodenerdung hat und mit dem Grundwasser in Verbindung treten kann.

 

REDY Négan beginnt im Feld herum zu laufen - ein erster Orientierungslauf um ein Gefühl für die Fläche zu bekommen. Die Kokosnuss scheint ihm aber schon jetzt erste Hinweise zu geben, da sie auf der Handfläche unruhig hin und her rollt.

 

Nun kann REDY Négan die Wasserader spüren und grenzt das Gebiet ein. Er geht nun nach den Himmelsrichtungen, in der Reihenfolge Osten, Westen, Norden und Süden die Stelle ab, wo

die Kokosnuss zum ersten mal unruhig wurde. Am Scheitelpunkt kann nun nach Wasser gebohrt werden.

Aber zurück zum Kokosnuss-Geher. Das Unternehmen bietet nicht nur an über den einzigartigen Kokosnuss- Geher Wasser aufzuspüren, sondern auch danach zu bohren. Das tun sie mit regulärem Bohrgerät, so wie es Westafrika verwendet wird.

Nach eigenen Angaben kann Source d´eau bis zu 200 Meter tief bohren. Sollte an der Stelle, die der Kokosnuss-Geher als die

beste Wasserstelle auserkoren hat kein Wasser zu finden sein, will er so lange weiter suchen, bis sie auf Wasser stoßen.
Der Preis für die Bohrung - stolze 8 Millionen CFA (ca. 12.500 €).




23. Juli - Wasserturm und Veredelungszentrum

Ziegelsteine in Eigenproduktion

Am Anfang war das Wasser

Alles beginnt mit einer Idee. Lasst uns etwas schaffen, dass sich vornehmlich an Frauen richtet und etwas dass das ihr Leben auf lange Sicht eine wenig leichter macht. Lasst uns einen Ort schaffen an dem Frauen zusammen kommen die gemeinsam etwas schaffen wollen, wovon die Frauen, jede einzelne Familie und damit die gesamte Gemeinschaft profitiert.

Produktion benötigt Wasser...

Ganz gleich was einmal in dem Veredelungszentrum von Kotokpé produziert und verarbeitet wird - eines ist dazu unbe-dingt nötig - Wasser.

Man benötigt es zum Waschen und Reinigen, zum Kochen, als Zutat und natürlich auch zum Trinken. Kotokopé befindet sich in Punkto Wasser in einem geologisch schwierigen Gebiet. Viele Felsen und große Steine liegen in der Erde unter Kotokopé.

Das Grundwasser liegt sehr tief, sodass ein Brunnen nur aus-reichend Wasser fördern kann, wenn man ihn tief genug bohrt. Die Bohrunternehmen in Togo sind aber meist nur in der Lage bis zu einer Tiefe von 120 Meter zu bohren. Mehr ist bei den meisten nicht drin. Also haben wir uns auf die Suche noch einer

Spezialfirma gemacht, die mindestens bis auf 200 Meter bohren kann. Das hat natürlich seinen Preis und so verschlingt der benötigte Brunnen schon beinahe die Hälfte des gesamten Budgets für das Frauenprojekt.

... und eine Produktionsstätte

Etwas einfacher stellt sich da die Errichtung einer Produk-tionsstätte da. In unserem Team haben wir Kossi den Bauin-genieur, der für alle unsere Infrastrukturprojekte zuständig ist. Von der ersten Zeichnung bis hin zur Ziegelsteinproduktion und das Bauen an sich - Kossi ist überall involviert, packt an und b-eaufsichtigt die Erstellung. Eine besondere Herausforderung hat das Gebäude dennoch - die Be-und Entlüftung. Wenn in dem Veredelungszentrum gekocht und gebacken wird, entstehen in dem von Haus aus heißen Togo oft Temperaturen von über 60

Grad in schlecht oder ungelüfteten Gebäuden. Deshalb stellt der Bau des Veredelungszentrum besondere Herausforderung an das Thema Innentemperatur. In Deutschland wäre das nur ein

Randthema, Lüfter, Klimaanlagen oder Abluftsysteme sind nichts besonders. In Togo sieht das anders aus, da es die notwendigen Materialien oft nicht zu kaufen gibt.

Wissenschaftliche Methoden fehlen

Und da wir wissenschaftlich nicht exakt vorherbestimmen

können wo die beste Wasserstelle ist, wenden wir alle verfüg-baren Methoden an und die Stelle dann über ein Ausschluss-verfahren zu bestimmen. Hier wir versucht, anhand von Abflussmustern, die bei starkem Regen entstehen, heraus-zufinden, an welcher Stelle das meiste Wasser in den Boden sickert. Diese Stellen werden auf Karten notiert und so ein Fluss-muster eingezeichnet. Das ist eine der Möglichkeiten die wir nutzen.

Ziegelsteine in Eigenproduktion

Nachdem die eine Gruppe noch nach der richtigen Stelle zum

Bohren sucht, hat die andere Gruppe bereits mit der Planung

des Veredelungszentrums begonnen. Wir wissen zwar noch

nicht genau wo das Veredelungszentrum gebaut werden soll,

was wir aber wissen ist die Größe der Produktionsstätte und

wie viele Ziegelsteine wir dafür benötigen. Es wäre

wünschenswert, die Stelle wo künftig der Brunnen stehen wird

zu kennen, da die Produktion nahe der Wasserstelle gebaut

werden soll, aber nach dem das noch nicht bekannt ist wird

am Hauptplatz vor Kotokopé bereits alles für die Produktion

der Ziegelsteine vorbereitet. Zement, Kies, Sand Wasser und

jede Menge Muskelkraft wird benötigt um die Steine

herzustellen. Dort wo bei uns Betonmischer die schwere Arbeit erledigt steht uns in Togo nur die bewährte Muskelkraft

zur Verfügung.

Der Zement, der Kiesel, der Sand und das Wasser wird mit

Schaufeln so lange vermengt, bis der Bauleiter Kossi die zähe

Masse zum Einfüllen in die Ziegelformen freigibt. Dann muss

es aber schnell gehen und da wir nur zwei Ziegelformen

haben wird hier im Akkord gearbeitet. Die Formen werden

gefüllt, und zum Trockenplatz gebracht. Dort wird die Form

umgedreht und der Rohziegel aus der Form geklopft. Erst

wenn der Zement komplett in die Formen gefüllt wurde und

zum Trockenplatz gebracht wurde, kann sich das Team eine

kleine, aber wirklich nur eine kleine Pause gönnen.