Freitag, 28. Juni

Schulaustausch Klasse 5b der Geschwister- Scholl-Schule in Frankfurt am Main und der Dr.-Gustav-Nachtigal-Schule in Kpalime.

 

Wir haben Euch ja noch gar nichts über diesen spannenden, und für die Kinder hier wie dort, besonders aufregenden Schulaustausch erzählt. Wie es dazu kam erklärt ein Brief des Lehrers Christoph Dillmann und den Kindern der 5b:

 

"Die Vision hinter „World to go“ begann in einem deutschen Klassenzimmer nach den Sommerferien 2018. Die Sonne schien durch die Glassfront des Klassenzimmers und vor mir die neu zusammengewürfelte Klasse 5b, meine Klasse 5b, die ich von der 5. bis zur 10. Jahrgangsstufe und damit bis zum Realschulabschluss begleiten werde. Eine lange und vor allem prägende Zeit und so stelle ich zu Beginn die Fragen: Was macht euch aus und wer seid ihr? Interessanterweise brechen die Kinder die Frage nach ihrer Identität auf die FraGE nach der Herkunft herunter. So war das nicht gemeint, für die Kinder aber scheint es das zu sein, was sie ausmacht. Also meine Eltern stammen aus Marokko, meine Eltern aus der Türkei, ich habe einen polnischen Papa und eine deutsche Mama. So geht es immer weiter. Am Ende hat die Klasse eine Liste die sich sehen lassen kann: Irak, Polen, Tunesien, Marokko, Türkei, Bulgarien, Mazedonien, Somalia, Indien, Pakistan, Bosnien, Kroatien, Afghanistan, Moldawien und Deutschland. 

Es ist durchaus nicht ungewöhnlich in einer deutschen Großstadt eine so vielfältige Klasse zu haben. Und wie das in jeder heterogenen Gruppe ist, hat jede und jeder Einzelne eine eigene Geschichte, kommt mir individuellen Vorkenntnissen und Prägungen in die Klasse. Nun kann man bemängeln, dass nicht alle das gleiche (Lern-)Wissen aus der Grundschule mitbringen, nicht alle gleich gut Deutsch sprechen (ja auch wenn fast alle Schüler*innen in Deutschland geboren sind), also heterogen in ihrem Bildungsstand sind, obwohl sie das nicht sein sollten. Das ist mit Sicherheit ein Problem, dass es nicht klein zu reden gilt. Ehrlich gesagt aber wiegen die Lernunterschiede leicht, wenn man bedenkt, wie schwerwiegend die Differenzen sind, betrachtet man die Fähigkeit zu sozialem Handeln und der Zusammenarbeit oder dem Empathievermögen und der Fähigkeit zu Toleranz. 

Klassenlehrer*in sein bedeutet heute mehr als nur Wissensvermittlung im Frontalunterricht, es bedeutet auch mündige und demokratische Bürgerinnen und Bürger nach dem Abschluss in die Gesellschaft zu entlassen. Lehrkräfte haben eine besondere gesellschaftliche Aufgabe, zu müssen aus einer bunten Mischung eine Einheit formen, müssen Integrationsarbeit leisten, um eine Basis zu schaffen in welcher Wissensvermittlung gelingen kann.

Durch die Gespräche mit meiner Frau und die Kontakte zu Freunden und Hilfsorganisationen in Togo entwickelte sich eine Vision. Was wäre, wenn wir ein übergeordnetes Klassenziel hätten. Etwas woran alle 27 Kinder der 5b gemeinsam arbeiten könnten, das sie über ihre eigenen Grenzen hinaus blicken lässt und den Blick schärft für die globale Gesellschaft in der wir leben. Sollte es nicht möglich sein eine Klassenidentität zu bilden, die es mir als Klassenlehrer möglich macht aus dieser heterogenen Gruppe ein Team zu formen. 

Der partnerschaftlicher Austausch zwischen der 5b und einer Klasse in Togo, zwischen mir und den Lehrkräften vor Ort stellt eine einmalige Chance dar meinen Unterricht greifbar und offen zu gestalten mit einem Klassenthema, welches uns durch viele Fächer begleiten wird. Die großen politischen und gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit können ganz konkret behandelt werden. Migration und Flüchtlingsbewegungen aus Afrika nach Europa sind Teil der Gegenwart und werden die Zukunft Europas mitbestimmen. Der Klimawandel wird in großen Teilen Afrikas durch lange Dürren ganz konkret. Wo kommt die Schokolade her und was hat mein Konsumverhalten mit den Arbeitsbedingungen in Togo zu tun. Togo ist eines der ärmsten Länder der Welt, der Kontrast zu Deutschland ist enorm. Und dennoch gibt es auch in Deutschland genug Familien die unter der Armutsgrenze leben. Die Geschwister-Scholl-Schule liegt in einem sozial schwachen Stadtteil, die Arbeitslosenquote der Menschen ist hoch. Kinder aus bildungsfernen Familien in Deutschland aktiv in eine partnerschafltiche „Entwicklungsarbeit“ zu integrieren, halten wir für den richtigen Weg um Chancengleichheit zu ermöglichen und einen wichtigen Beitrag für die Integration zu leisten. 

Darüber hinaus sind wir natürlich auch an einem Austausch der Kulturen interessiert. Die Kinder sollen erfahren, dass kulturelle Unterschiede eine Bereicherung darstellen und dass die Begegnung mit anderen Kulturen Impulse für die eigene Identität schafft. 

 

Wir freuen uns mit NatureOffice und ecoCent e.V. Partner gefunden zu haben, welche uns den Kontakt und Austausch zu einer Klasse in Togo ermöglichen. Wir stehen erst am Anfang dieser Partnerschaft, aber schon das Erstellen des Klassen Portfolios der 5b hat gezeigt mit wie viel Neugier und Freude sich die Kinder der 5b in die Arbeit gestürzt haben. Wir sind gespannt auf die Rückmeldungen aus Togo! 

Herzlichst, 

Christoph Dillmann und die Klasse 5b"



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Sonntag, 09.06.

Stippvisite: Das Gemüse und der Salat wachsen hervorragend! ;)

Bild links: nachher!


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Montag, 03.06.

Regelmäßig werden die Schafe gewogen, untersucht und entwurmt. Dieses Mal dabei, zwei Studenten der infa, der stastlichen Landwirtschaftsschule. Sie absolvieren in PROJECT TOGO ein 6-wöchiges Praktikum. Schafe sind gesund, keine Auffälligkeiten konnten verzeichnet werden! 


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DAS MÖCHTEN WIR IHNEN AUCH ANS ❤️ LEGEN:

Lernen Sie ecoCent e.V. näher kennen. Wir geben tagtäglich unser Bestes unsere Philosophie einer nachhaltigen Entwicklung in Afrika, gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung, voran zu treiben. Den Menschen eine langfristige Perspektive zu geben für Leben und Arbeit unter besonderer Berücksichtigung des Gesichtspunkts Klima- und Umweltschutz.