🥭 DAS HAUPTPROJEKT VON 07 BIS 03/2020          IST DAS FRAUENPROJEKT IN KOTOKOPÉ 🍅


Mittwoch, 14.08.

Der Wasserturm ist fertig!

 

Das Wasser Leben bedeutet, das wird einem eigentlich erst so richtig bewußt wenn keines da oder der Weg dorthin lang und steinig ist.


Das war nicht immer so. Bis in die 80er Jahre gab es in dem kleinen Dorf, südlich von Abouzokopé, einen Brunnen. Groß, mit einer Pumpe, die extra aus Indien herangeschafft wurde. Wer ihn gebaut hat, daran kann sich heute niemand mehr erinnern. Nur daran, daß der Brunnen irgendwann immer weniger Wasser gab, bis er irgendwann gar kein Wasser mehr förderte. Ab dann wurde es mühsam für die Dorfbewohner, denn die nächste Wasserentnahmestelle war über 8 km (einfache Strecke) entfernt. Und so konnten die Frauen des Dorfes, die für die Wasserversorgung der Familie traditionell zuständig sind, den Weg maximal zweimal am Tag gehen, um genügend Wasser für die Familie zu holen.

 

Es riecht - sieht schmutzig aus.

 

Irgendwann haben dann die Männer des Dorfes alle zusammen angepackt und ein Loch ausgehoben. Nur mit der Machete und kleinen Hacken machten Sie sich an die Arbeit. Der Boden ist sehr hart, so dass die Arbeiten mehr als drei Monate gedauert haben. Als dann die Regenzeit kam, füllte sich das Loch mit dem Wasser aus den Wolken. Das schien also die Lösung, alle waren zufrieden. Die Regenzeit dauerte in diesem Jahr extrem lang und so füllte sich das Loch bis über den Rad hinaus. Von nun an war der Weg kurz und Wasser schien in ausreichender Menge vorhanden, dachten alle. Was aber die Dorfbewohner nicht bedacht hatten war, dass während der Trockenzeiten (zweimal im Jahr über mehrere Monate) das Wasser anfängt zu riechen. Es wurde immer schmutziger, stank von Woche zu Woche mehr und die ganze Umgebung war voller Moskitos. 


 

Es gab keine Alternative zu dieser Brühe

 

Dass das Wasser nicht gesund ist und krank machen kann, war den Menschen in Glypko bewußt. Aber den langen Weg zur anderen Wasserstelle konnten, speziell die älteren Frauen, nicht mehr gehen. So blieb ihnen nichts anderes übrig, als weiter das schmutzige Wasser zu trinken.

 

Dann kam eine Spende von memo-media und der Druckerei H. Rademann

 

Wie durch ein Zufall erfuhr die memo-media, Waldbröl, von der Wassernot in Glypko. Da der Verlag sich eigentlich schon immer auch für soziale Belange interessierte und sich für Menschen eingesetzt hat, reichte ein kurzes Telefonat mit der befreundeten Druckerei Rademann in Lüdinghausen und man war sich schnell einig - diesen Menschen wollen wir helfen und für sauberes Trinkwasser sorgen.

 

Geologisch schwerstes Gebiet

 

Leichter gesagt als getan, denn die Gegend um Glypko ist felsig und der Grundwasserspiegel liegt in einer Tiefe von 250 Meter. Zu tief für alle Brunnenbohrer, die es im Umkreis von mehreren hundert Kilometern gibt. Ein weiterer Zufall ereignete sich, denn just zu dieser Zeit hatten wir Kontakt mit der Universität in Kassel. Sie berichteten uns von einem neu entwickelten Membranfilter,  der eine mögliche Lösung für das Wasserproblem sein könnte. Mit einer Filterleistung von über 1.500 Litern pro Tag reichte die Kapazität aus, um genügend sauberes Trinkwasser zu gewinnen. Nachdem wir die Konstruktionspläne studiert und uns wegen der notwendigen Anschlüsse mit einem befreundeten Wasserinstallateur beraten haben stand fest - den Filter wollen wir in Glypko aufbauen, installieren und in Betrieb nehmen. Doch die ersten Schwierigkeiten ergaben sich schon beim Transport von Deutschland nach Togo. Nur mit Beharrlichkeit, einem guten Verhandlungsgeschick und der Einsicht von Airfrance ist es uns gelungen, den Wasserfilter mit einem Regelflug von Frankfurt über Paris nach Lomé mitzunehmen. Dies aber sollten nicht die letzten Herausforderungen gewesen sein, denn in Togo ist (fast) alles Mangelware. Wenn Zeit zum Bau für die Zisterne und den Turm ist, gibt es keinen Baustahl. Wenn der Baustahl verfügbar ist, gibt es keinen Zement. So zog sich der Bau der Wasserfilteranlage vom Herbst 2018 bis zur endgültigen Fertigstellung in den August 2019. 

 

Die Zisterne wird erst einmal gefüllt

 

Da uns kein Brunnen zur Verfügung steht, haben wir die Konstruktion und Funktionsweise des Wasserturms an die Gegebenheiten von Glypko angepasst.

Kernstück der Wasserfilteranlage ist, neben dem Wasserfilter selbst, die 6.000 Liter fassende Zisterne. Die wurde aus selbst gemachten Ziegelsteinen gebaut. Von der Zisterne aus pumpt ein Motor das Wasser in den oberen Polytank. Von dort aus wird das schmutzige Wasser in den eigentlichen Membranfilter geleitet und gelangt dann sauber und bis zu 99,99% keimfrei in den unteren Polytank, von wo aus es als Trinkwasser entnommen werden kann.

 

Nur einfüllen was auch entnommen wird

 

Da sich die Zisterne nicht von selbst füllt, bringen die Frauen das Wasser aus dem bisherigen Wasserloch und füllen damit die Zisterne. Danach kann die gleiche Menge, die zuvor in die Zisterne gefüllt wurde, als sauberes Trinkwasser entnommen werden. Somit wird gewährleistet, dass die Zisterne immer wieder gefüllt wird und ausreichend sauberes Wasser zur Verfügung steht.

 

Nur zum Trinken - nicht zum Waschen

 

Es versteht sich von selbst, dass das saubere Wasser zum Trinken nicht zum Waschen der Wäsche gedacht ist. Solange sich jeder  daran hält, wird durch die Spende das Wasserproblem im Dorf, für die nächsten zehn Jahre gelöst sein.

Die Dorfbewohner von Glypko, das CWD (Dorfwentwicklungskometee und der König samt Beraterstab möchte seinen tiefen Dank den beiden Unternehmen memo-media und der Druckerei Rademann aussprechen und sich für diese Spende bedanken.



📸



DAS MÖCHTEN WIR IHNEN AUCH ANS ❤️ LEGEN:

Lernen Sie ecoCent e.V. näher kennen. Wir geben tagtäglich unser Bestes unsere Philosophie einer nachhaltigen Entwicklung in Afrika, gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung, voran zu treiben. Den Menschen eine langfristige Perspektive zu geben für Leben und Arbeit unter besonderer Berücksichtigung des Gesichtspunkts Klima- und Umweltschutz.